Trauerfeier

„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit …

weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit …"

(Prediger 3,1.2.4)

„Herr, du bist unsre Zuflucht für und für …

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden."

(Psalm 90,1.12).

Ein Ihnen nahe oder etwas ferner stehender Mensch ist gestorben. Sie müssen Abschied nehmen. Sie bedürfen seelsorglicher Hilfe und/oder brauchen praktische Begleitung. Wir stehen Ihnen bei und helfen Ihnen für eine würdige Trauerfeier und Beisetzung.

Was ist zu tun?

1. Mitteilung des Todesfalls durch die Angehörigen. Melden Sie sich möglichst umgehend nach einem Todesfall beim zuständigen Pfarrer (entweder direkt oder über den Bestatter, den Sie gewählt haben). Sollte der Pfarrer nicht direkt ereichbar sein, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Innerhalb von drei Stunden werden Sie zurückgerufen.

2. Trauergespräch mit dem Pfarrer (bei den Angehörigen oder im Pfarrhaus). Wir blicken nochmals auf das Leben des/der Verstorbenen zurück, erleben ein Stück Abschiedstrauer und besprechen die bevorstehende Trauerfeier und Beisetzung.

3. Trauerfeier (auf dem Friedhof). Die Bestattung findet i.d.R. auf dem Friedhof Weinsteige statt. Über die terminlichen und räumlichen Möglichkeiten sowie die unterschiedlichen Bestattungsarten informiert Sie i.d.R. der Bestatter. Sie können sich aber gerne auch vom Pfarrer beraten lassen. Die Leitung des Trauergottesdienstes liegt beim Pfarrer.

4. Trauerverarbeitung Die schwierigen Tage kommen oft erst später, und während für andere nach der Trauerfeier das Leben zur "Normalität" zurückkehrt, ist für die Hinterbliebenen manches anders geworden. Wenn Sie in diesen Prozessen ein Stück weit Begleitung möchten, zögern Sie nicht, sich im Pfarramt zu melden

5. Trauergedenken (in Gottesdiensten der Kirche). In der Regel am Sonntag, der auf die Bestattung folgt, wird im Gottesdienst der Todesfall und die Bestattung bekannt gegeben (Abkündigung). Am letzten Sonntag des Kirchenjahrs (Toten- bzw. Ewigkeitssonntag, also eine Woche vor dem Ersten Advent) wird aller Verstorbenen des zurückliegenden Jahres gedacht. Die im zurückliegenden Kirchenjahr Verstorbenen und kirchlich Bestatteten werden mit Namen verlesen (die Angehörigen erhalten eine persönliche Einladung).

 

Zeit der Trauer

  • Jeder Mensch trauert anders, und darf das auch. Die Umstände des Abschieds, die gemeinsame Geschichte und die Beziehung zum verstorbenen Menschen sind denn auch unterschiedlich.

  • Besonders schmerzlich ist es, wenn die jüngere Generation der älteren im Sterben vorangeht (besonders bei Kindern), und wenn sich jemand selbst das Leben genommen hat (Suizid). Im zweiten Fall haben die Angehörigen in der Regel stark mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Bei solchen oder ähnlichen, besonders schwierigen Abschieden nehmen Sie sich Zeit zur Abschiedstrauer und zögern Sie nicht, Hilfe zu holen.

  • Hilfreich für die Trauerverarbeitung ist, sich Zeit zu lassen und sich Gefühle, die sich wiederholen und von großer Trauer bis hin zu Wut reichen können, zuzugestehen. Wichtig sind Gesprächspartner, denen Sie ihr Befinden anvertrauen und die zuhören können (ohne gleich zu beschwichtigen). Gangbare Wege sind auch die Pflege gewisser Rituale (z.B. Kerze anzünden etc.), das Aufsuchen von bedeutsamen Orten (Friedhof oder Orte, wo Gemeinsames erlebt wurde) oder sonstige "Erinnerungszeichen", ebenfalls das Tagebuchschreiben oder das Lesen von tröstlichen und erbauenden Worten (z.B. die Psalmen in der Bibel). Nach gewissen Rückzügen ist es auch gut, sich zunehmend wieder in menschliche Gemeinschaften einzufinden.